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CLP und REACH – aktueller Stand

Die Umsetzung des GHS der Vereinten Nationen erfolgt in der Europäischen Union durch die CLP-Verordnung. Das Kürzel steht für Einstufung (Classification), Kennzeichnung (Labelling) und Verpackung (Packaging). CLP wird durch die REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) ergänzt. Diese regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe ebenso wie die Kommunikation in der Lieferkette. Beide Verordnungen wiederum werden durch regelmäßige Aktualisierungen optimiert. Im Fall von CLP handelt es sich um die ATP („Adaptation to Technical Progress“). REACH gilt auf dem Stand der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1692 vom 9. Oktober 2019. Dies führte ab dem 1. Januar 2020 zu grundlegenden Neuerungen.

Herausforderungen der Registrierungspflicht nach REACH

Das Inkrafttreten sowie die schrittweise Einführung von REACH konfrontieren die Hersteller und Importeure von Stoffen bzw. Gemischen immer wieder mit neuen Pflichten. Chemieunternehmen, die Stoffe in einer Menge von einer Tonne und mehr im Jahr im Europäischen Wirtschaftsraum herstellen bzw. importieren, sind verpflichtet, diese zunächst bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu registrieren. Die Registrierung nach der REACH-Verordnung erfolgt durch Übermittlung von Stoffinformationen in Form eines Dossiers, was von den Unternehmen entsprechende Fachkunde voraussetzt. Ohne vorherige Registrierung gilt die Devise „no data, no market“ – in dem Fall sind sowohl die Herstellung als auch die Markteinführung der betreffenden Chemikalie verboten.

14. ATP der CLP-Verordnung

Aktuell gilt die CLP-Verordnung für Stoffe und Gemische auf dem Stand der 14. ATP. Die Europäische Kommission hat sie am 4. Oktober 2019 bekannt gemacht. Sie tritt am 9. März 2020 in Kraft. Die Änderungen gelten ab 1. Oktober 2021, wobei alle Inverkehrbringer bereits vor diesem Zeitpunkt gemäß der geänderten Fassung agieren dürfen. Inhaltlich betrifft die nun vierzehnte Aktualisierung vor allem Änderungen bei der Kennzeichnung von Gemischen, die Titandioxid enthalten. Hinzu kommen neue und geänderte Einstufungen in Anhang VI, sowie neue EUH-Sätze.

CLP und die künftigen Übergangsfristen

Im Bezug auf die CLP-Verordnung gibt es eine Reihe zukünftiger Übergangsfristen, welche unmittelbar zum vorgegebenen Datum zu beachten sind. Diese umfassen:

  • 1.5.2020: CLP: Die 13. ATP (EG-Verordnung 2018/1480) wird für Stoffe und Gemische verpflichtend.
  • 17.10.2020: CLP: Die 12. ATP (EG-Verordnung 2019/521) wird für Stoffe und Gemische verpflichtend. Sie passt die CLP-Verordnung an die GHS-Revision 7 an.
  • 1.10.2021: CLP: Die 14. ATP ( Verordnung (EU) 2020/217) tritt in Kraft. Sie wurde am 18. Februar 2020 aktualisiert und am 25. Februar 2020 berichtigt.
  • Die 15. ATP ist noch nicht erschienen, wird aber neue, geänderte und gelöschte Einträge zur CLP-Verordnung enthalten. So wird beispielsweise Blei zukünftig sowohl in Pulver- als auch in massiver Form eine geänderte Einstufung erhalten. Ferner wird für die Salpetersäure der bereits bestehende Eintrag in zwei Einträge spezifiziert (>70% und <=70%).

Für rechtsverbindliche Interpretationen von REACH und CLP sind die Helpdesks der Länder zuständig. Für Auskünfte steht Ihnen auch Qualisys gerne zur Verfügung.